Wetter Kreis Euskirchen Oktober 2009

von Karl-Josef Linden:

Goldener Oktober vom Frost abgekühlt

 

Große Kontraste prägten die Witterung im zweiten Herbstmonat. Der 7. Oktober weckte noch einmal spätsommerliche Gefühle bei bis zu 23 Grad im Raum Zülpich. Am 14. und 15. Oktober dagegen fror es zum ersten Mal richtig knackig in diesem Herbst. Werte zwischen –1 und –4 Grad wurden abgelesen und die Buntfärbung der Blätter wurde extrem beschleunigt. Besonders in den Eifeltallagen gab es bereits zahlreiche Luftfrosttage zur Monatsmitte: Udenbreth 7, Nettersheim 5, Schmidtheim, Eichen und Blankenheim 4, Mechernich und Lommersum 3 und Zülpich nur 2. Den meisten Bodenfrost gab es in Nettersheim mit 10 gereiften Nächten (Tiefstwert am Boden in Schmidtheim mit –7,7 Grad; Kalterherberg sogar –10,1 Grad).

Mit der kalten Nordostströmung flogen viele Kraniche über unsere Region in den Süden.
Unser Eindruck eines relativ warmen Oktobers wird durch die statistischen Daten der Mitteltemperaturen leider widerlegt. Mit 10,0 Grad in Lommersum und 7,3 Grad in Schmidtheim war es verbreitet 0,7 Grad kälter als im langjährigen Mittel. Der bislang kälteste Oktober im Jahre 1974 erreichte auf den Eifelhöhen nur 3,7 Grad (z.B. in Blankenheim).
Die feuchtwarme Südwestwetterlage zum Monatsanfang wurde rasch wieder verdrängt durch einen anhaltenden, markanten
Temperatursturz. Im Osten und Süden der Landes gab es bereits heftige Schneefälle. Den frühwinterlichen Reifansatz zur Monatsmitte konnten wir jedoch rasch überwinden und uns noch einmal dem Altweibersommer mit wohliger Wärme widmen. Am 28.10. meldete die Wetterstation Mechernich-Eicks noch einmal 19,4 °.
Auch die Sonnenscheindauer, eigentlich eine Stärke des Altweibersommers, ließ im abgelaufenen Oktober zu wünschen übrig. Die Sonne zeigte sich an den Wetterstationen gut 10% seltener als im Mittelwert: Sinzenich 106 Stunden, Schöneseiffen 105 Stunden, Dahlemer Binz 103 Stunden, Lommersum 102 Stunden, Nettersheim Tallage 99 Stunden und  Heimbach Tallage 90 Stunden. Dennoch wollen wir nicht vergessen, dass es auch 10 Tage mit mehr als 5 Sonnenstunden gab, wobei der kalte 15. Oktober mit 10,1 Stunden in der Südeifel den Spitzenplatz belegte.
Nach einer feuchten ersten Monatshälfte folgte bis Allerheiligen anhaltende Trockenheit. Ideal für die Obst-, Mai- oder Zuckerrübenernte. Die Straßen blieben trocken und das gefürchtete herbstliche Bauernglatteis durch Matsch und Rübenblätter blieb diesmal aus.
Je nach Lage der Wetterstation in unserem flächengroßen Kreis wurden recht niedrige Monatssummen gemessen (meist 10% unter dem Mittel). Hier einige Extreme zum Vergleich. Die 3 feuchtesten Orte mit Wetterstation waren Udenbreth 92 l, Schöneseiffen 70 l und Hollerath 61 l/qm. Die trockensten Orte waren: Urfttalsperre 30 l, Münstereifel-Eicherscheid 33 l und 36 l/qm in Mechernich-Harzheim.
Das letzte heftige Gewitter der Saison (Mitternacht 7./8. Oktober) hatte
nicht nur viele Blitze und Donner im Wolkengepäck, sondern auch heftige Windböen. So wurden in der Nordeifel – insbesondere im Hellenthaler Höhengebiet – und rund um die Wallenthaler Höhe Böen der Stärke 9-10 notiert. An der Deponie in Mechernich-Strempt wurden 91 km/h von der Wetterstation erfasst.
Zur Zeit sieht nichts nach einem Wintereinbruch bis Ende November aus, auch wenn es ab und zu leichten Schneeregen in höchsten Lagen gibt. Es scheint eher ein zu milder und stürmischer November zu werden.


 

 



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