Tornados über Düren, Aachen und Euskirchen

von Karl Josef Linden:

Tornados im Kreis Düren, Aachen und Euskirchen
Die Windhose von Tief „Grete“


Tornados entstehen oft in Verbindung mit Gewittern und haben die verschiedensten Formen. Die einfache Windhose, der zerstörerische Tornado, kann dabei  Kilometer lange Windschläuche bilden. Der gestrige Tornado über Düren-Merzenich war etwa 200-300m lang und berührte den Boden nicht.
Solche kleinräumigen Wirbel gibt es seltener über dem Meer, zumeist entstehen sie über Land. Bevorzugte Stellen sind die Abhänge der Gebirge, wie z.B. die Eifelostseite mit der Heizfläche Stadt Düren und dem Bördenland.
Ursache der Bildung bei uns ist das Zusammentreffen sehr unterschiedlicher Luftmassen in einem Tief (gestern „Grete“): heiß-feucht aus Südosten und kühle Nordseeluft scheren aneinander vorbei. Die Corioliskraft (Erdrotation) wirkt auf die vertikale Luftbewegung (kalte Luft sinkt, heiße Luft steigt sehr schnell auf) und erzeugt dabei die Drehbewegung. Als Folge gab es gestern südlich des Tornados am Bliesheimer Autobahnkreuz Hagel (so groß wie Taubeneier) und Windböen mit 80-90 km/h.
Ein Wirbelsturm ist meist kleinräumig und hat sehr große Zerstörungskraft. Die Windgeschwindigkeiten sind nicht direkt messbar, sie sind nur aus den Schäden zu folgern. Man schätzt, dass die Höchstgeschwindigkeiten bei 500 km/h liegen. Die Lebensdauer eines Tornados ist sehr begrenzt, die Zugbahn ist nur ca. 5 bis 10 km lang. Die Zerstörungszone am Fuß des Tornadoschlauches hat einen Durchmesser von einigen 100 m. Aufgewirbelte Gegenstände (z.B. Briefkästen oder Baumteile etc.) werden oft über 1-5 km weit transportiert, bevor sie wieder herabfallen. Aufgewirbelte Hühner haben nach der Landung meist keinerlei Federkleid mehr.
In den letzten 20 Jahren habe ich an der Nord- und Ostseite der Eifel folgende Tornados beobachtet:
-    23.11.1984 Zülpich-Schwerfen, Bauernhof abgedeckt und duzende Bäume abgedreht;
-    9.5.1990 Zülpich-Sinzenich; Aussiedlerhof Dach abgedeckt und Traktor beim Pflügen umgeworfen;
-    3.6.1999 in Dollendorf in der Eifel wird eine ganze Häuserzeile abdeckt; viele Verletzte
-    24.7.2000 Weilerswist-Vernich Bäume abgedreht;
-    28.8.2002 Mechernich-Wachendorf Reiterhof abgedeckt;
-    15.6.2002 Weilerswist-Müggenhausen Pferdeklinik schwer beschädigt; Bäume abgedreht;
-    11.6.2003 Prüm Schlausenbach unweit Nürburgring, mehrere Häuser abgedeckt;
-    21.7.2003 Aachen Forst / Eschweiler an der A44 werden mehrere Bäume abgedreht;
-    9.6.2004 Weilerswist - Autobahnkreuz Bliesheim; mehrere Dächer von Industriebetrieben geschädigt;
-    18.7.2004 kleine Windhose dreht in Euskirchen betonierte Gartenzäume aus der Erde;
-    21.7.2004 in Merzenich entsteht eine  Funnel-Cloud (Halbwindhose);
Gerade der südliche Teil des Kreises Düren und die Nordhälfte des Kreises Euskirchen sind betroffen.
Geht man noch weiter zurück in die vergangenen Jahrhunderte, so werden immer wieder schwerer Hagelschlag und Windhosen über diesen Kreisen in den Büchern und Chroniken dokumentiert. Zwei Beispiele möchte ich hier erwähnen:
-    1.7.1891 Enorme Windhose über Viersen und Süchteln;
-    933 zerstört in Trier eine Windhose die Maximinus Kirche
Über Informationen zu weiteren geschichtlichen Daten der Windhosen aus der Region würde ich mich sehr freuen (Linden 02252/3215).



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