Schneechaos in den Höhenlagen

ein Bericht von Karl-Josef Linden:

Der Märzwinter nimmt kein Ende

Auch die Wetterbeobachter können dieses schmuddelige, nasskalte Wetter einfach
nicht mehr sehen. So allmählich hat man genug davon und sehnt sich nach
Frühlingswärme. Allerdings muss ich sie an dieser Stelle bitter enttäuschen,
denn auch in dieser Woche macht sich die Frühlingswärme rar. Hoffen wir also
auf den kalendarischen Frühlingsstart am kommenden Montag.
Geht man nach der Bauernregel vom 21. Februar (der Dienstag vor
Weiberfastnacht) dann dauert das kalte Wetter noch bis Ende März. Die Regel
lautet nämlich: „ Felix und Petrus zeigen an, was 40 Tag wir für Wetter han“.
Leider war ja auch in der Karnevalswoche schon Kälte und Schnee vorherrschend.
Mal sehen ob diese Prognose stimmt.
Der gestrige Sonntag bot noch einmal ideale Ski-, Langlauf- und
Rodelbedingungen in den Wintersportorten der Eifel. Die Schneehöhen betrugen 41
cm im Hohen Venn, 32 cm in Mützenich, 4 cm in Roetgen und nur 1 cm in Aachen. 
Schon in der Nacht zum Samstag hatte es im Raum Kalterherberg und Schöneseiffen
5-10 cm Neuschnee gegeben, das Flachland dagegen war noch grau in grau. Tief
„Christine“ erwischte dann am Samstagmittag mit ihrer Kaltfront vor allem den
Eifelanstieg an der Nord- und Nordostseite. Feuchtkalte Luftmassen wurden auf
langen „Schneestraßen“ von der Ost- und Nordsee ins Landesinnere transportiert.
Vor der Eifel ab Düren und Aachen wurden sie zum Aufstieg gezwungen und ließen
reichlich Schneefracht durch den Temperaturabfall zurück. So war z.B. in Jülich
oder Geilenkirchen kaum etwas vom Schneechaos in der Nordeifel zu bemerken.
Zwischen Heimbach, Vossenack und Stolberg, sowie auf den Höhen, herrschte
dagegen ein regelrechter „Blizzard“. Windböen von bis zu 54 km/h (Stärke 7) mit
Schneeverwehungen und Starkschneefall zwischen von 12 bis 22 Uhr machten das
Autofahren fast unmöglich. Wer in Schneewehen stecken blieb und  zu Fuß
weiterlaufen musste befand sich in akuter Erfrierungsgefahr, denn die auf der
Haut gefühlte Temperatur betrug in Mützenich –15 bis –18 Grad.
Während wir in den warmen Stuben vom Frühling träumen, ließ der Spätwinter alle
Muskeln spielen. Mit der Kaltfront kam ein wahnsinniger Temperatursturz den wir
so schon lange nicht mehr erlebt haben. Um 12 Uhr am Samstag zeigte das
Thermometer am Windpark Schöneseiffen 0 Grad schon 12 Stunden später waren es
–9 Grad.
Auch am Sonntagmorgen gab es für die ganz frühen Wintersportler von Eupen bis
Kalterherberg noch heftige Schneefälle, dann aber schien die Sonne im Wechsel
mit kleinen Schauern und der Schnee glitzerte tausendfach. Wer mit seinem Hund
früh vor die Tür musste, der fühlte sich ins eisige Sibirien strafversetzt.
Hier einige Werte vom Sonntagmorgen (in Grad Celsius) :
-10,2 in Udenbreth, -10,0 Grad in Kalterherberg, Mützenich und Elsenborn, -9,7
in Schöneseiffen, -8,6 an der Oleftalsperre, -6,2 in Roetgen, –6,4 Grad in
Burtscheid und immerhin noch –6,7 in Aachen.
Für die Stadt Aachen war es die niedrigste Märztemperatur (nach dem 10. März)
seit dem 23.März 1958 (-7,8° in Aachen).
Inzwischen hat das Polarhoch „Ingo“ mit 1030 hPa das Tief nach Süden abgedrängt
und in der glasklaren Nacht zum heutigen Montag waren die Kälterekorde für das
zweite Märzdrittel in Gefahr übertroffen zu werden. Bisher hält der 13. März
1932 mit –9,7 Grad den Rekord für das Aachener Flachland (im zweiten
Monatsdrittel).
Auf den Höhenzügen oberhalb von 600 m wurde der Rekord der Nürburg (-9,9 Grad
am 12.3.1972) inzwischen durch die Sonntagswerte abgelöst und die Nacht zum
Montag war ja noch kälter. Sie spüren wir befinden uns mit dem Märzwinter zur
Zeit am Rande der überhaupt möglichen Kälte.
Auch in den nächsten Tagen beherrschen die Nachtfröste unter –5 Grad und nur
geringe Tageshöchstwerte das Geschehen. Nur die Sonne und die Trockenheit
lassen uns erahnen wie schön der Lenz sein könnte.



Kostenlose Homepage von Beepworld
 
Verantwortlich für den Inhalt dieser Seite ist ausschließlich der
Autor dieser Homepage, kontaktierbar über dieses Formular!